Wolfismoos - LBV Kempten-Oberallgäu

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letztes Update: 27.02.2017 / 08:49
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LBV-Flächen Wolfismoos
Im Rahmen der Allgäuer Moorallianz haben wir unsere Aktivitäten im Moorschutz im Landkreis Oberallgäu ausgeweitet und 7,34 Hektar im Wolfismoos, Gemeinde Rettenberg, erworben. Es umfasst einen Moorkern mit offenem Hochmoor, Übergangsmoor mit Schlenken und Schwingrasenausbildungen sowie gut ausgebildete Moorregenerationsflächen in Torfstichen und hydrologisch gestörte bewaldete Torfstichflächen am Moorrand und Weideflächen, die eine große Bedeutung als Pufferzone auf Nährstoff- und Wasserhaushalt sowie den Artenschutz beinhaltet.

Der Ankauf wurde mit 90% durch Mitteln aus dem Bayerischen Klimaprogramm 2020 bezuschusst. Ein Eigenanteil in Höhe von rund 7.820 Euro wurde durch unsere Kreisgruppe finanziert.
Ansprechpartner
Brigitte Kraft

Schutzstatus

Fachgerechte Wiedervernässung von Mooren ist aktiver Klimaschutz

Naturnahe Moore sind in der Lage Kohlendioxid (CO2) zu speichern. Gleichzeitig entweicht das klimaschädliche Methan (CH4). Bei der Bilanzierung von Kohlendioxidbindung und Methanfreisetzung heben sich diese beiden Werte meistens auf, so dass naturnahe Moore als klimaneutral gelten. Anders verhält es sich bei entwässerten Mooren, die Kohlendioxid und das klimaschädliche Lachgas (N2O) freisetzen.

Naturnahe Moore leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität

Die Pflanzen im Moor sind hoch spezialisiert, um an diesem Extremstandort zu überleben. Sie müssen Nässetolerant sein, mit geringem Sauerstoff auskommen und in Hochmooren fehlt es zusätzlich an Nährstoffen. Diesem Nährstoffmangel wirkt beispielsweise der Sonnentau entgegen, in dem er Insekten und Spinnentiere verdaut, die an seinen klebrigen Enden haften bleiben. Die blütenreichen Niedermoore sind u. a. Lebensraum für zahlreiche Schmetterlinge. Der Schutz von Moorflächen ist also lebenswichtig für den Erhalt dieser Arten und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität im Allgäu.

Intakte Moore leisten Hochwasserschutz

Die Grundsubstanz der Moore bildet der Torf, der eine herausragende Wasserspeichereigenschaft besitzt. So kann das Torfvolumen bis zu 95% aus Wasser bestehen. Bei Niederschlägen wird das Wasser in den Poren im Boden und beispielsweise in den Torfmoosen gespeichert. Das beste Wasserrückhaltevermögen haben dabei intakte Hochmoore. Sie saugen sich bei Regen wie ein Schwamm voll und lassen das Wasser zeitlich verzögert wieder abfließen.

Vorkommende gefährdeter Charakter- und Zielarten

  • Hochmoor-Gelbling Colias palaeno Rote Liste 2 (stark gefährdet)
  • Hochmoor-Perlmuttfalter Boloria aquilonaris Rote Liste 2 (stark gefährdet)
  • Kleine Moosjungfer Leucorrhinia dubia Rote Liste 3 (gefährdet)
  • Arktische Smaragdlibelle Somatochlora arctica Rote Liste 2 (stark gefährdet)
  • Feldgrille Gryllus campestris Rote Liste 3 (gefährdet)
  • Zierliches Wollgras Eriophorum gracile - seltenes Glazialrelikt Rote Liste 1 (vom Aussterben bedroht)

Naturschutzziele des LBV

2011 wurde ein Pflege- und Entwicklungskonzept erstellt, das auf den Moorflächen insgesamt und insbesondere am Moorrand sowie im Moor-Grünland eine Wiederherstellung und Sicherung des natürlichen Moor-Wasserhaushalts betrieben werden. Ferner soll ein naturnaher Gradient im Bereich des nördlichen und östlichen Moorrandes mit Pufferfunktion zum Schutz des Moores (Wasser- bzw. Nährstoffhaushalt und Artenvielfalt) etabliert werden.
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