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Der Nistkasten

Ansprechpartner

Weibchen am Einflug zum Nistkasten

Der Nistkasten im Glockenturm der Maria-Ward Schule wurde 2002 im Rahmen unseres Turmfalkenschutz-Projektes angebracht. 2004 brüteten die Falken erstmals in dem ca. 80cm langen und 50cm breiten/hohen Kasten. Das Interesse der Schüler und Lehrer an "ihren" Falken war groß und so beschlossen wir - nach der Brutsaison 2004 - in den Nistkasten eine Kamera einzubauen, um künftig Einblicke in das Familienleben der Turmfalken zu ermöglichen. Per TV-Bildschirm im Schulhaus, im Schulnetzwerk und auch im Internet können seit 2005 die Falken beobachtet werden.

Kameras am/im Nistkasten

Seit 2006 sind zwei Kameras im Einsatz. Kamera 1 zeigt den Einflugbereich der gerade zur Balz und kurz vor dem Ausflug der Jungvögel der Mittelpunkt des Geschehens ist. Kamera 2 ist auf den Nestbereich ausgerichtet.
Beide Kameras werden einzeln oder im Wechsel - je nach Schwerpunkt der Aktivität - geschaltet. Möglich gemacht hat dies unser Sponsor Seika Mikrosystemtechnik GmbH
der uns die Technische Ausrüstung finanzierte, sowie der Einsatz von Hausmeister Schuster und Herrn Kemper aus dem Lehrerkollegium bei der Installation und Inbetriebnahme!

Ein Förderbetrag der LBV Stiftung "Bayerisches Naturerbe"ermöglichte uns 2006 die Anschaffung eines neuen Webcam-Rechners für den Betrieb unserer TurmfalkenCam.

Anfang 2007 brachten wir einen komplett neuen Nistkasten an. Hier wurde vor dem Einflug ein "Balkon" - Gitterrost mit Anflugstange - angebracht, der von uns bereits an einigen Brutplätzen mit Erfolg eingesetzt wird und den Jungvögeln kurz vor Verlassen des Horstes das Training der Schwingen und die Gewöhnung an die Umgebung erleichtert.

Der Turmfalke - falco tinnunculus - kestrel - faucon crécerelle-


Männchen im Ansitz auf Beute

Ruf absielen

Aussehen

Größe: ca. 34 cm von Schnabel- bis Schwanzspitze.

Spannweite: ca. 75 cm.

Gewicht: 160-300 g im Jahresverlauf natürlich
schwankend - Weibchen schwerer als Männchen.

Männchen (Terzel):
Oberkopf und Wangen blaugrau , Unterseite gelblich-weiß mit dunklen Flecken. Rücken rotbraun mit schwarzen Tropfenflecken, Schwanz grau mit schwarzer Endbinde.

Weibchen:
Kopf, Rücken und Schwanz rostbraun mit dichten, dunklen Flecken und dunkler Querbänderung. Körperunterseite gelblich-weiß und stärker gefleckt als die des Männchens.

Stimme
Helles " kikiki " oder langgezogenes " wriiiih ".

Lebensraum
Offene, reich gegliederte Landschaft von der Küste bis ins Hochgebirge. Als Kulturfolger auch inmitten von Dörfern und Städten.

Nahrung
Zu mehr als 90% aus Mäusen bestehend, daneben auch Reptilien, Insekten und Kleinvögel.

Jagd
Vom Ansitz oder im Flug wird der Boden nach Beute abgesucht.
Der Jagdflug wird dabei immer wieder vom typischen " Rütteln "
( mit fast senkrechter Körperachse und weit gefächertem Schwanz
steht der Turmfalke - begleitet von heftigen Flügelschlägen - in der Luft ) unterbrochen - ein charakteristisches Merkmal des Turmfalken.
Ist die Beute fixiert, stößt der Falke blitzschnell und mit großer Wucht herab.
Das Beutetier wird mit den Fängen gegriffen und durch Nackenbiss getötet.

Fortpflanzung
Eine Jahresbrut - als Brutplatz dienen Nischen und Höhlen in Fels- und Steinbruchwänden, Mauernischen hoher Gebäude sowie alte Krähen- oder Greifvogelnester. Nistkästen an und in Gebäuden werden gerne angenommen. Nistmaterial wird nicht eingebracht. In die vorgefundene Unterlage wird nur eine Mulde zur Eiablage gescharrt.

Balz: Beginn häufig schon Ende Januar oder Anfang Februar ( witterungsabhängig ) mit eindrucksvollen Flugspielen und häufigem Rufen.

Legebeginn: Zwischen Ende März bis Mitte Mai.

Gelegegröße: 2- 7 (meist 5) Eier.

Brutbeginn: Nach Ablage des letzten oder vorletzten Eies.

Brut: 29 Tage - während das Weibchen brütet und die frisch geschlüpften Jungen betreut, ist das Männchen für die Nahrungsbeschaffung zuständig.

Nestlingszeit: 28-32 Tage. Auch nach dem Verlassen des Horstes werden die Jungen noch etwa vier Wochen von den Eltern versorgt.

Höchsalter
Bis zu mind. 18 Jahre.

Hilfsmaßnahmen
Anbringen geeigneter Nisthilfen an Gebäuden oder an Waldrändern - bevorzugt werden hochgelegene Nistplätze mit freier Sicht (Kichtürme, Industrie-und hohe Wohngebäude, Scheunen, Einzelbäume, Masten etc.). Erhalt extensiv bewirtschafteter Grünflächen (Nahrungserwerb), Schaffen von Ansitzen zur Jagd wo solche durch fehlende Feldgehölze/Wälder nicht vorhanden sind (speziell auf Weiden, Äckern).

Ansprechpartner

Gesamtprojekt/Technik:
Thomas Blodau  - LBV Kempten-Oberallgäu

Betreuung vor Ort:

Gunther Kemper - Maria-Ward Schule Kempten
Hr. Bakale - Maria-Ward Schule Kempten

Sponsor Kameratechnik:

SEIKA Mikrosystemtechnik GmbH

Sponsor Computertechnik:

LBV Stiftung "Bayerisches Naturerbe"

 



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