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Vogel des Jahres 2011 - Der Gartenrotschwanz

 

Der Gartenrotschwanz

Aussehenen
Der Gartenrotschwanz ist ein typischer Singvogel. Und die roten Schwanzfedern sind sein typisches Kennzeichen – oft sieht man ihn auf einer Ansitzwarte auffällig mit seinem Schwanz zittern.

Er ist hochbeiniger, etwas kleiner und schlanker als ein Spatz. Das Männchen trägt leuchtende Farben: die orangefarbene Brust, schwarze Kehle und Wangen, ein weißes Stirnband. Gartenrotschwanz-Weibchen sind schlichter. Sie haben ein beige-weißes Brustgefieder mit einem Hauch orange. Ihr Rücken ist graubraun. Doch ihr Schwanz ist auch rot.

Nächster Verwandter ist der Hausrotschwanz. Beide messen vom Schwanz bis zur Schnabelspitze ca. 14 cm.

Stimme
Beim Gartenrotschwanz singen nur die Männchen. Der Reviergesang ist unverwechselbar. Er klingt etwas schwermütig und wird fast immer durch ein gezogenes „hüit“ eingeleitet. Dann folgt eine zwei bis drei Sekunden dauernde Strophe mit verschiedenen, zunächst tieferen Tönen.

Gartenrotschwänze singen gern von erhöhten Singwarten mit freier Sicht, z.B. Baumspitzen, Hausdächer oder Leitungsdrähte. Sie beginnen oft schon eine Stunde vor Sonnenaufgang.

Nach der Paarung nimmt die Gesangsaktivität ab. Mit dem Ausfliegen der Jungen flammt der Gesang wieder auf. Er endet meist in der ersten Julihälfte.

Lebensweise
Revier-Besichtigung. Mit seinem Gesang wirbt das Gartenrotschwanz-Männchen um Weibchen. Als nächstes führt er das Revier vor. Er zeigt dabei v.a. mögliche Nisthöhlen: Baumhöhlen, Fels- oder Mauerlöcher, Mauersimse, Nistkästen und manchmal alte Schwalbennester. Hauptsache: eine relativ große Öffnung und Lage in zwei bis fünf Metern Höhe.

Das Männchen zeigt die Höhle, indem es sich vor den Eingang setzt oder hinein fliegt. Dabei zeigt es seinen aufgefächerten roten Schwanz und die kontrastreiche Brust.

Brut
Das Weibchen wählt die Bruthöhle aus. Dort baut das Weibchen ein lockeres Nest aus verdorrtem Gras, Moos, Wurzeln, Haaren, Federn oder Fasern. Anfang bis Mitte Mai legt es sechs bis sieben Eier. Die Brut dauert 13 bis 14 Tage. Dann schlüpfen die Jungen.

Nahrungssuche

Jetzt suchen die Vogeleltern 16 bis 18 Stunden pro Tag nach Nahrung: Insekten, wie Schmetterlinge, aber auch Raupen. Oft jagt der Gartenrotschwanz von Zweigen und Büschen – sog. Ansitzwarten – aus. Geschickt fangen sie ihre Beute in der Luft, am Boden oder an Sträuchern und Bäumen.

Flügge
Nach 12 bis 14 Tagen fliegen die Jungvögel aus. Zunächst werden sie
noch gefüttert. Doch eine Woche später brüten die Eltern meist schon das zweite Mal.

Alter
Das erste Lebensjahr überleben wie bei vielen Kleinvögeln nur etwa 20 Prozent. Danach haben Gartenrotschwänze gute Chancen, drei bis fünf Jahre alt zu werden. In Gefangenschaft wurde ein Höchstalter von 9,5 Jahren erreicht.Verbreitung

Lebensraum

In Mitteleuropa haben Deutschland und Frankreich die meisten Gartenrotschwänze. Daher haben wir in Deutschland eine besondere Verantwortung.

Gärten?
Früher waren bäuerliche, strukturreiche Gärten sein typischer Lebensräume. Daher der Name. Heute sind nur noch wenige Gärten geeignet. Denn er liebt es abwechslungsreich: halboffene Landschaften mit vielen Sitzwarten, ein reiches
Nahrungsangebot und geeignete Bruthöhlen.

In Bayern
In Bayern leben die meisten Gartenrotschwänze in Streuobstwiesen, strukturreicheren Weinbergen und Dörfern, in denen naturnahe Gärten mit Hochstamm-Obstbäumen, extensiv genutztes Grünland und ein kleinbäuerlicher Charakter erhalten geblieben sind. Besonders bevorzugt werden sonnige Hanglagen.

Indikator
Wo der Gartenrotschwanz vorkommt, zeigt er eine vielfältige Natur an. Denn in einem Gartenrotschwanz-Revier leben häufig auch Grünspecht, Wendehals, Steinkauz oder Kleinspecht. In Deutschland ist er darum eine Indikatorart für Artenvielfalt. Wo er verschwindet, gehen auch viele andere Arten verloren.

Bestand

Der Bestand des Gartenrotschwanzes in Deutschland wird auf 110.000 bis 160.000 Brutpaare geschätzt. Noch vor 30 Jahren war er etwa drei- bis viermal so hoch.

Hilfe

Neben Obstwiesen sind strukturreiche Kleingartenanlagen mit altem Baumbestand
zunehmend von Bedeutung. Hier findet der Gartenrotschwanz oftmals letzte Rückzugsräume.
Zum Schutz des schlanken, etwa 14 Zentimeter großen Singvogels fordern NABU und LBV auch ein Umdenken bei der Gestaltung von Gärten und Parks, denn der Gartenrotschwanz braucht abwechslungsreiche Landschaften. Auf sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse zugunsten von natürlicher Vielfalt verzichtet werden. In passender Umgebung kann dem Gartenrotschwanz auch mit speziellen Nistkästen geholfen werden

Text:LBV - Steckbrief " Der Gartenrotschwanz "

Alle Vögel des Jahres bisher:

1970

Graureiher

1971

Wanderfalke

1972

Steinkauz

1973

Eisvogel

1974

Mehlschwalbe

1975

Goldregenpfeifer

1976

Wiedehopf

1977

Schleiereule

1978

Kranich

1979

Rauchschwalbe

1980

Birkhuhn

1981

Schwarzspecht

1982

Großer Brachvogel

1983

Uferschwalbe

1984

Weißstorch

1985

Neuntöter

1986

Saatkrähe

1987

Braunkehlchen

1988

Wendehals

1989

Teichrohrsänger

1990

Pirol

1991

Rebhuhn

1992

Rotkehlchen

1993

Flußregenpfeifer

1994

Weißstorch

1995

Nachtigall

1996

Kiebitz

1997

Buntspecht

1998

Lerche

1999

Goldammer

2000

Rotmilan

2001

Haubentaucher

2002

Haussperling

2003

Mauersegler

2004

Zaunkönig

2005

Uhu

2006

Kleiber

2007

Turmfalke

2008

Kuckuck

2009

Eisvogel

2010

Kormoran

 



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Vogel des Jahres

Der Gartenrotschwanz

Foto: R.Roessner

 

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