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Aussehenen
Der Gartenrotschwanz ist ein typischer Singvogel. Und
die roten Schwanzfedern sind sein typisches Kennzeichen
oft sieht man ihn auf einer Ansitzwarte auffällig
mit seinem Schwanz zittern.
Er ist hochbeiniger, etwas kleiner und schlanker als
ein Spatz. Das Männchen trägt leuchtende
Farben: die orangefarbene Brust, schwarze Kehle und
Wangen, ein weißes Stirnband. Gartenrotschwanz-Weibchen
sind schlichter. Sie haben ein beige-weißes Brustgefieder
mit einem Hauch orange. Ihr Rücken ist graubraun.
Doch ihr Schwanz ist auch rot.
Nächster Verwandter ist der Hausrotschwanz. Beide
messen vom Schwanz bis zur Schnabelspitze ca. 14 cm.
Stimme
Beim Gartenrotschwanz singen nur die Männchen.
Der Reviergesang ist unverwechselbar. Er klingt etwas
schwermütig und wird fast immer durch ein gezogenes
hüit eingeleitet. Dann folgt eine
zwei bis drei Sekunden dauernde Strophe mit verschiedenen,
zunächst tieferen Tönen.
Gartenrotschwänze singen gern von erhöhten
Singwarten mit freier Sicht, z.B. Baumspitzen, Hausdächer
oder Leitungsdrähte. Sie beginnen oft schon eine
Stunde vor Sonnenaufgang.
Nach der Paarung nimmt die Gesangsaktivität ab.
Mit dem Ausfliegen der Jungen flammt der Gesang wieder
auf. Er endet meist in der ersten Julihälfte.
Lebensweise
Revier-Besichtigung. Mit seinem
Gesang wirbt das Gartenrotschwanz-Männchen um
Weibchen. Als nächstes führt er das Revier
vor. Er zeigt dabei v.a. mögliche Nisthöhlen:
Baumhöhlen, Fels- oder Mauerlöcher, Mauersimse,
Nistkästen und manchmal alte Schwalbennester.
Hauptsache: eine relativ große Öffnung und
Lage in zwei bis fünf Metern Höhe.
Das Männchen zeigt die Höhle,
indem es sich vor den Eingang setzt oder hinein fliegt.
Dabei zeigt es seinen aufgefächerten roten Schwanz
und die kontrastreiche Brust.
Brut
Das Weibchen wählt die Bruthöhle
aus. Dort baut das Weibchen ein lockeres Nest aus verdorrtem
Gras, Moos, Wurzeln, Haaren, Federn oder Fasern. Anfang
bis Mitte Mai legt es sechs bis sieben Eier. Die Brut
dauert 13 bis 14 Tage. Dann schlüpfen die Jungen.
Nahrungssuche
Jetzt suchen die Vogeleltern
16 bis 18 Stunden pro Tag nach Nahrung: Insekten, wie
Schmetterlinge, aber auch Raupen. Oft jagt der Gartenrotschwanz
von Zweigen und Büschen sog. Ansitzwarten
aus. Geschickt fangen sie ihre Beute in der
Luft, am Boden oder an Sträuchern und Bäumen.
Flügge
Nach 12 bis 14 Tagen fliegen
die Jungvögel aus. Zunächst werden sie
noch gefüttert. Doch eine
Woche später brüten die Eltern meist schon
das zweite Mal.
Alter
Das erste Lebensjahr überleben
wie bei vielen Kleinvögeln nur etwa 20 Prozent.
Danach haben Gartenrotschwänze gute Chancen, drei
bis fünf Jahre alt zu werden. In Gefangenschaft
wurde ein Höchstalter von 9,5 Jahren erreicht.Verbreitung
Lebensraum
In Mitteleuropa haben Deutschland und Frankreich
die meisten Gartenrotschwänze. Daher haben wir
in Deutschland eine besondere Verantwortung.
Gärten?
Früher waren bäuerliche, strukturreiche Gärten
sein typischer Lebensräume. Daher der Name. Heute
sind nur noch wenige Gärten geeignet. Denn er
liebt es abwechslungsreich: halboffene Landschaften
mit vielen Sitzwarten, ein reiches
Nahrungsangebot und geeignete Bruthöhlen.
In Bayern
In Bayern leben die meisten Gartenrotschwänze
in Streuobstwiesen, strukturreicheren Weinbergen und
Dörfern, in denen naturnahe Gärten mit Hochstamm-Obstbäumen,
extensiv genutztes Grünland und ein kleinbäuerlicher
Charakter erhalten geblieben sind. Besonders bevorzugt
werden sonnige Hanglagen.
Indikator
Wo der Gartenrotschwanz vorkommt, zeigt er eine vielfältige
Natur an. Denn in einem Gartenrotschwanz-Revier leben
häufig auch Grünspecht, Wendehals, Steinkauz
oder Kleinspecht. In Deutschland ist er darum eine
Indikatorart für Artenvielfalt. Wo er verschwindet,
gehen auch viele andere Arten verloren.
Bestand
Der Bestand des Gartenrotschwanzes in Deutschland
wird auf 110.000 bis 160.000 Brutpaare geschätzt.
Noch vor 30 Jahren war er etwa drei- bis viermal so
hoch.
Hilfe
Neben Obstwiesen sind strukturreiche Kleingartenanlagen
mit altem Baumbestand
zunehmend von Bedeutung. Hier findet der Gartenrotschwanz
oftmals letzte Rückzugsräume.
Zum Schutz des schlanken, etwa 14 Zentimeter großen
Singvogels fordern NABU und LBV auch ein Umdenken bei
der Gestaltung von Gärten und Parks, denn der
Gartenrotschwanz braucht abwechslungsreiche Landschaften.
Auf sterile Rasenflächen, fremdländische
Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
müsse zugunsten von natürlicher Vielfalt
verzichtet werden. In passender Umgebung kann dem Gartenrotschwanz
auch mit speziellen Nistkästen
geholfen werden
Text:LBV
- Steckbrief " Der
Gartenrotschwanz "
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