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Name
Der Turmfalke (Falco tinnunculus)
erlangte seinen Namen durch sein bevorzugtes Nisten
in Kirchtürmen. Seine wissenschaftliche Artbezeichnung
tinnunculus leitet sich von seinem Ruf ab, der an ein
ti,ti,ti erinnert. Übersetzt heißt dies
"klingend" oder "schellend".
Kennzeichen
Der Turmfalke ist ein überwiegend
rotbraun gefärbter Greifvogel mit unterschiedlicher
Kopf- und Schwanzfärbung bei Männchen und
Weibchen: Männchen besitzen einen hellgrauen Kopf
und hellgraue Schwanzfedern, während die Weibchen
einheitlich rotbraun gefärbt sind mit einer Querbänderung
am Schwanz. Das Weibchen ist etwas schwerer als das
Männchen.
(W: ca. 260g Ø, M: ca.200g Ø)
Lautäußerungen
Ein ganz charakteristischer Ruf
ist das ti,ti,ti, ein Erregungslaut, der vor allem
dann zu hören ist, wenn die Vögel am Nest
gestört werden. Varianten dieses Rufes treten
aber auch auf kurz bevor das Männchen die Beute
am Nest übergibt. Ein anderer charakteristischer
Ruf ist das so genannte "Lahnen", ein Bettelruf
der Jungtiere, der aber auch vom Weibchen während
der Balz zu hören ist wenn sie das Männchen
während der Brutzeit um Futter anbettelt. Ein
kurzer Begrüßungsruf, den man am Nistplatz
hören kann, ist ein "tük".
Ruf
des Turmfalken
Nahrung
Die Nahrung besteht bei Stadtbewohnern
hauptsächlich aus Sperlingen und anderen Kleinvögeln,
bei Landbewohnern vor allem aus Kleinsäugern wie
Feldmaus, Rötelmaus, Spitzmaus, Maulwurf und Wühlmaus.
Auch werden Insekten wie Heuschrecken und Käfer
oder Reptilien und Eidechsen nicht verschmäht.
Der Turmfalke gehört zu den sog. Bisstöter,
d.h. er benutzt seine Fänge nur zum Festhalten
der Beute und tötet diese mit einem Biss in die
Wirbelsäule, direkt hinter der Kopfkapsel, so
dass die Beute sofort tot ist. Hierfür ist der
Schnabel mit dem sog. "Falkenzahn" ausgerüstet,
eine Ausbuchtung der oberen Schnabelschneide.
Brut
Das natürliche Bruthabitat
der Turmfalken sind Felsregionen, wo sie in Spalten
und Höhlen von Felsen brüten. In felsarmen
Regionen hingegen suchen sie sich alte und verlassene
Krähen- oder Elsternester an Waldrändern
und in Feldgehölzen, da sie (wie alle Falken)
keine Nester bauen. In der mitteleuropäischen
Agrarlandschaft machen diese Brutplätze ca. 5-20%
aus. Die meisten Turmfalken besiedeln jedoch Sekundärhabitate
(Kirchtürme und andere hohe Gebäude wie z.B.
Burgruinen) in Städten und Ortschaften. Denn diese
bieten den Turmfalken oft die Möglichkeit in Felsnischen
und Mauerlöchern zu brüten. Turmfalken brüten
ab dem 2. Lebensjahr, pro Gelege meist 3-6 Eier. Die
Brutzeit beginnt Mitte April. Nur das Weibchen brütet,
während das Männchen dieses mit Beutetieren
versorgt. Die Brutdauer beträgt etwa 27-29 Tage.
Nach dem die Jungen geschlüpft sind dauert es
ca. 8 Wochen bis sie ausfliegen.
Verbreitung
Der Turmfalke besiedelt fast
alle Klimazonen in Europa, Asien und Afrika. Hierbei
gibt es Stand-, Strich- und Zugvögel. Die Strichvögel
unterscheiden sich von den Zugvögeln dadurch,
dass sie vor allem im Winter ihr Brutgebiet verlassen,
aber in unseren Breiten bleiben während die Zugvögel
nach Süden fliegen.
Lebensraum
In Mitteleuropa werden Brutbiotope
mit abwechslungsreicher Kulturlandschaft bevorzugt.
Dicht geschlossene Waldbestände und völlig
baumlose Steppen (Agrarsteppen) werden gemieden. Der
Turmfalke nutzt auch Strommasten von Starkstromleitungen
als Nistplatz wenn keine Bäume vorhanden sind.
Zum Jagen werden freie Flächen mit niedrigem Bewuchs
benötigt.
Bestand und Siedlungsdichte
In Deutschland gibt es aktuell
zwischen 42.000 - 68.000 Brutpaare. Durch kalte Winter
oder schlechte Mäusejahre kann es kurzzeitig zu
Bestandseinbußen kommen. In großräumigen
Landschaftsausschnitten meist um 10 BP/100 km2, unter
günstigen Ernährungsbedingungen aber höher.
Bei hohen Waldanteil und im Hochgebirge niedrigere
Werte.
Text:LBV
- Steckbrief " Der Turmfalke "
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