|
Name
Kormoran ist eine Kurzform der lateinischen
Bezeichnung Corvus marinus zu Deutsch
der Meerrabe. In fast alle Sprachen heißt
er so, zum Teil mit dem Adjektiv Großer,
um ihn von der kleineren Krähenscharbe zu unterscheiden.
Der wissenschaftliche Name Phalacrocorax ist griechischen
Ursprungs und bedeutet Kahlköpfiger Rabe.
Der Artname carbo (lateinisch: Kohle),
ist eine Anspielung auf seine Gefiederfarbe.
Aussehenen
Größe: etwa 80 bis 100 cm groß
Gewicht: zwischen 1.700 und 3.000 g. Die Weibchen sind
etwas kleiner als die Männchen.
Aussehen: Der Hals ist lang und kräftig, der Kopf
etwas keilförmig. Am Ende des geraden Schnabels
befindet sich eine Hakenspitze. Das Gefieder des Kormorans
ist überwiegend schwarz und glänzt metallisch-grün
mit silbernen und goldbraunen Farbtönen. Die Kopfpartie
wirkt im Prachtkleid geradezu bunt mit türkisfarbenen
Augen. Jungvögel sind an ihrem braunen Gefieder
zu erkennen. Im Jugendkleid besitzen die Vögel
auch weiße Partien, besonders auf der Unterseite.
Im Flug markantes Bild das fliegende Kreuz.
Stimme
Kormorane sind meist ruhig. Nur an Brut- und Schlafplätzen
hört man ihre kehligen, krächzenden Rufe,
zum Beispiel chroho-chrohochro-ho. Weibchen
rufen auch ein hohes Flii-flii-flii.
Jagd
Auf dem Wasser liegt der Kormoran tief im Wasser, während
der Schnabel schräg nach oben zeigt. Der Grund:
In den Knochen eines Kormorans ist weniger Luft enthalten
als bei anderen Vögeln. Das macht ihn unter Wasser
schnell und beweglich. Sein Gefieder ist nicht ganz
wasserdicht und nässt schnell durch. Das vermindert
den Auftrieb beim Tauchen und spart Kraft. Den Antrieb
nach vorne liefern weit hinten am Körper ansetzende
Ruderfüße.
So kann er bis zu 90 Sekunden lang und 30 Meter tief
tauchen. Wie Pelikane gehen sie auch auf Gemeinschaftsjagd
und können dabei einen Fischschwarm einkreisen.
Nach dem Tauchen muss der Kormoran sein mit Wasser
vollgesogenes Gefieder von Wind und Sonne wieder trocknen
lassen. Dazu breitet er die Flügel in einer charakteristischen
Haltung auf einem Ruheplatz aus.
Nahrung
Kormorane fressen fast ausschließlich Fische
und tauchen oft gemeinsam nach Nahrung. Kormorane sind
Nahrungsopportunisten, fangen also bevorzugt Fische,
die sie ohne großen Aufwand erbeuten können.
Darum fressen sie v.a. häufige und wirtschaftlich
unbedeutende Weißfische (Karpfenartige,
lat. Cyprinidae) wie Rotaugen, Brachsen und andere
Kleinfische. Edelfische wie Felchen oder
Äschen machen wissenschaftlichen Untersuchungen
zufolge nur geringe Anteile ihrer Nahrung aus.
Jagen sie gemeinschaftlich liegt die Größe
der Beutefische meist zwischen 10 und 20 cm, selten
darüber. Einzeln können sie auch größere
Fische wie etwa Aale fangen.
Fortpflanzung
Kormorane sind Koloniebrüter, die meist auf höheren
Bäumen brüten, häufig zusammen mit Graureihern.
Sie legen 3 bis 4 Eier, die von den Partnern gemeinsam
bebrütet werden. Nach 23 bis 29 Tagen schlüpfen
die zunächst blinden Küken, weitere 6 bis
7 Wochen sind sie im Nest. Im Alter von zwei Monaten
sind sie voll flugfähig.
Kormorane treffen ab Anfang März am Brutplatz
ein, die Männchen besetzen die Nester und balzen
auffällig. Die Paare reiben ihre Hälse zärtlich
aneinander, meist bleiben die Partner jedoch nur für
ein Jahr zusammen.
Die Kolonien können mehrere hundert Tieren groß
sein, als Schutz vor natürlichen Feinden wie zum
Beispiel dem Seeadler. Kormorane sind eher langlebige
Vögel, die erst nach dem dritten Lebensjahr geschlechtsreif
sind. Nicht alle zur Brutzeit anwesenden Vögel
sind also im Brutgeschäft. Die Koloniebäume
sind vom Kot weiß getüncht, z.T. werden
die Nester auch auf dem Boden angelegt.
Verbreitung
Der Kuckuck besiedelt fast alle Klimazonen in Eurasien
von den borealen Zonen in Norwegen und Russland bis
in die mediterrane und Halbwüstenzone in Nordafrika
und Kleinasien. Östlich bis Japan vorkommend.
Fehlt nur in der Tundrazone und oberhalb der alpinen
Baumgrenze.
Lebensraum und Verbeitung
Abgesehen von Südamerika ist der Kormoran in allen
Erdteilen zu Hause. In Europa sind zwei Rassen heimisch.
Phalacrocorax carbo carbo lebt an den felsigen Küsten
West- und Nordeuropas. Ph.c.sinensis die Festlandsrasse
brütet vorwiegend auf Bäumen und hat
zwei Verbreitungsschwerpunkte: ein Gebiet von den Niederlanden
über Norddeutschland bis ins Baltikum sowie Teile
Südosteuropas und des Donauraums. Immer häufiger
ist die Art auch im dazwischen gelegenen Binnenland
anzutreffen. In Deutschland besiedelt der Kormoran
Flüsse und Seen des Binnenlandes sowie die Küsten
an Nord- und Ostsee.
Wanderungen
Je nach Brutort sind Kormorane Teilzieher oder Zugvögel.
Die Ostseepopulation zieht über Land und überwintert
von Süddeutschland bis Nordafrika. Jungvögel
zerstreuen sich schon im Juni und Juli in der weiteren
Umgebung. Altvögel verlassen die Brutgebiete im
Oktober und November und ziehen von Ende Januar bis
März wieder zurück.
Gefährdungen
Nach der quasi Ausrottung Anfang des 20. Jahrhunderts
haben sich die Bestände seit den 80er Jahren wieder
erholt. Heute bringt intensive Verfolgung den Kormoran
erneut in Gefahr: Die Maßnahmen reichen vom Fällen
der Horstbäume über die Zerstörung von
Nestern und Eiern bis zur Vertreibung (Vergrämung)
und Tötung durch Abschuss am Brutplatz sowie in
Rast- und Überwinterungsgebieten.
Bestand
Heute leben in Deutschland wieder rund 24.000 Brutpaare,
davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien
nahe der Küste. Ein recht großer Teil der
Kormorane brütet in Naturschutzgebieten, Nationalparks
oder EU-Vogelschutzgebieten. Die Zahl der Brutpaare
hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Nach der
Brutzeit gesellen sich Kormorane aus nördlichen
und östlichen Brutgebieten hinzu. Der Maximalbestand
an den Küsten ist daher im Spätsommer erreicht,
im Binnenland erst im Winter.
In Deutschland lebt nur ein kleiner Teil des europäischen
Bestandes von rund 755.000 Kormoranen.
Text:LBV
- Steckbrief " Der
Kormoran "
|