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Im Rahmen der Allgäuer Moorallianz haben wir
unsere Aktivitäten im Moorschutz im Landkreis
Oberallgäu ausgeweitet und 7,34 Hektar im Wolfismoos,
Gemeinde Rettenberg, erworben. Es umfasst einen Moorkern
mit offenem Hochmoor, Übergangsmoor mit Schlenken
und Schwingrasenausbildungen sowie gut ausgebildete
Moorregenerationsflächen in Torfstichen und hydrologisch
gestörte bewaldete Torfstichflächen am Moorrand
und Weideflächen, die eine große Bedeutung
als Pufferzone auf Nährstoff- und Wasserhaushalt
sowie den Artenschutz beinhaltet.
Der Ankauf wurde mit 90% durch Mitteln aus dem Bayerischen
Klimaprogramm 2020 bezuschusst. Der Eigenanteil in
Höhe von rund 7.820 Euro hat die Kreisgruppe finanziert.
Im kommenden Jahr - 2011 - wird ein Pflege- und Entwicklungskonzept
erstellt, das auf den Moorflächen insgesamt und
insbesondere am Moorrand sowie im Moor-Grünland
eine Wiederherstellung und Sicherung des natürlichen
Moor-Wasserhaushalts betrieben werden. Ferner soll
ein naturnaher Gradient im Bereich des nördlichen
und östlichen Moorrandes mit Pufferfunktion zum
Schutz des Moores (Wasser- bzw. Nährstoffhaushalt
und Artenvielfalt) etabliert werden.
Fachgerechte Wiedervernässung von Mooren ist
aktiver Klimaschutz
Naturnahe Moore sind in der Lage Kohlendioxid (CO2)
zu speichern. Gleichzeitig entweicht das klimaschädliche
Methan (CH4). Bei der Bilanzierung von Kohlendioxidbindung
und Methanfreisetzung heben sich diese beiden Werte
meistens auf, so dass naturnahe Moore als klimaneutral
gelten. Anders verhält es sich bei entwässerten
Mooren, die Kohlendioxid und das klimaschädliche
Lachgas (N2O) freisetzen.
Naturnahe Moore leisten einen wichtigen Beitrag
zur Biodiversität
Die Pflanzen im Moor sind hoch spezialisiert, um
an diesem Extremstandort zu überleben. Sie müssen
Nässetolerant sein, mit geringem Sauerstoff auskommen
und in Hochmooren fehlt es zusätzlich an Nährstoffen.
Diesem Nährstoffmangel wirkt beispielsweise der
Sonnentau entgegen, in dem er Insekten und Spinnentiere
verdaut, die an seinen klebrigen Enden haften bleiben.
Die blütenreichen Niedermoore sind u. a. Lebensraum
für zahlreiche Schmetterlinge. Der Schutz von
Moorflächen ist also lebenswichtig für den
Erhalt dieser Arten und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt
der Biodiversität im Allgäu.
Intakte Moore leisten Hochwasserschutz
Die Grundsubstanz der Moore bildet der Torf, der
eine herausragende Wasserspeichereigenschaft besitzt.
So kann das Torfvolumen bis zu 95% aus Wasser bestehen.
Bei Niederschlägen wird das Wasser in den Poren
im Boden und beispielsweise in den Torfmoosen gespeichert.
Das beste Wasserrückhaltevermögen haben dabei
intakte Hochmoore. Sie saugen sich bei Regen wie ein
Schwamm voll und lassen das Wasser zeitlich verzögert
wieder abfließen. |