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Kempten ( wiw )
Einen großen Erfolg kann die Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu des Landesbund
für Vogelschutz ( LBV ) in Sachen " Turmfalkenschutz" verbuchen.
Von acht aufgehängten Nistkästen in Kempten wurden fünf besetzt und
18 Jungfalken flogen aus. In Dietmannsried schafften es vier junge
Greifvögel.
Seit vier Jahren schon engagiert sich Thomas Blodau vom LBV für
den Greifvogelschutz. In aufwendiger Eigenleistung hängte der 31 jährige
selbst gebaute Turmfalken-Nistkästen in den Kirchtürmen von St. Michael,
St. Lorenz, St- Ulrich und St. Mang sowie bei der Allgäuer Zeitung,
am Fenepark, Marienheim und der Maria-Ward-Schule auf. "Die handelsüblichen
Brutkästen sind oft zu klein. Da kommt es schon mal vor, dass ein Jungtier
herausfällt", erklärt Blodau.
Einen großen Anteil zum Gelingen der Aktion würden die Hausmeister,
Mesner, Pfarrer, Direktoren und Firmen beitragen. Sie setzen sich zum
Schutz der Falkenbrut sogar soweit ein, dass notwendige Bauarbeiten
an Gebäuden um ein paar Wochen verschoben wurden. So geschehen in den
Kirchen St. Mang und St. Lorenz. Dort wurden Außen- bzw. Innenbauarbeiten
an den Kirchtürmen auf die Zeit nach dem Ausfliegen der Jungfalken
verlegt.
Gemeinden reagieren positiv
Aber nicht nur in Kempten war der Turmfalkenschutz erfolgreich. Auch
in Dietmannsried und Sulzberg wurden Brutkästen angebracht. "
In Dietmannsried waren es dieses Jahr vier Jungvögel, die ihr Nest
verlassen haben ", so Blodau. Die Reaktion der Gemeinden sei durchwegs
positiv. Aufgrund der guten Zusammenarbeit und dem Bruterfolg will
der LBV deshalb seine Aktion künftig auf weitere Gemeinden ausdehnen.
Am besteb geeignet für Brutplätze seien meist Kirchtürme. Blodau: "
Denn Turmfalken bevorzugen eine hohe Lage und freie Anflugmöglichkeiten
". Für gewöhnlich ist es der LBV, der nach einem Brutplatz sucht
und dann bei den Pfarrgemeinden anfragt. " Wir würden uns aber
auch freuen, wenn die Gemeinden auf uns zukommen."
Der Mangel an Brutplätzen sei übrigens darauf zurückzuführen, dass
viele geeignete Plätze unzugänglich gemacht wurden, um Tauben keine
Nistmöglichkeiten zu bieten. Die Falken dagegen halten Tauben von der
Umgebung ihres Brutplatzes fern. Und sie ernähren sich fast ausschließlich
von Mäusen. Daher sind die flinken Jäger gern gesehen.
Den Erfolg der Turmfalken-Aktion des Landesbund für Vogelschutz
konnten die Besucher des Restaurants im Fenepark auch dieses Jahr wieder
live beobachten ( Bild links ). Die Aufnahme zeigt die Fütterung der
Jungvögel durch die Alten im Nistkasten, der am Fenepark-Gebäude angebracht
ist. Daneben fotografierte Thomas Blodau zwei zehn Tage alte Turmfalken
im Nistkasten der Maria-Ward-Schule. Dort soll nächstes Jahr ebenfalls
eine Kamera im Brutkasten installiert werden, um den Tieren beim Nisten
zuzusehen. |