Presseartikel

Allgäuer Zeitung vom September 2004

Kempten ( wiw )
Einen großen Erfolg kann die Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu des Landesbund für Vogelschutz ( LBV ) in Sachen " Turmfalkenschutz" verbuchen. Von acht aufgehängten Nistkästen in Kempten wurden fünf besetzt und 18 Jungfalken flogen aus. In Dietmannsried schafften es vier junge Greifvögel.

Seit vier Jahren schon engagiert sich Thomas Blodau vom LBV für den Greifvogelschutz. In aufwendiger Eigenleistung hängte der 31 jährige selbst gebaute Turmfalken-Nistkästen in den Kirchtürmen von St. Michael, St. Lorenz, St- Ulrich und St. Mang sowie bei der Allgäuer Zeitung, am Fenepark, Marienheim und der Maria-Ward-Schule auf. "Die handelsüblichen Brutkästen sind oft zu klein. Da kommt es schon mal vor, dass ein Jungtier herausfällt", erklärt Blodau.
Einen großen Anteil zum Gelingen der Aktion würden die Hausmeister, Mesner, Pfarrer, Direktoren und Firmen beitragen. Sie setzen sich zum Schutz der Falkenbrut sogar soweit ein, dass notwendige Bauarbeiten an Gebäuden um ein paar Wochen verschoben wurden. So geschehen in den Kirchen St. Mang und St. Lorenz. Dort wurden Außen- bzw. Innenbauarbeiten an den Kirchtürmen auf die Zeit nach dem Ausfliegen der Jungfalken verlegt.

Gemeinden reagieren positiv
Aber nicht nur in Kempten war der Turmfalkenschutz erfolgreich. Auch in Dietmannsried und Sulzberg wurden Brutkästen angebracht. " In Dietmannsried waren es dieses Jahr vier Jungvögel, die ihr Nest verlassen haben ", so Blodau. Die Reaktion der Gemeinden sei durchwegs positiv. Aufgrund der guten Zusammenarbeit und dem Bruterfolg will der LBV deshalb seine Aktion künftig auf weitere Gemeinden ausdehnen.
Am besteb geeignet für Brutplätze seien meist Kirchtürme. Blodau: " Denn Turmfalken bevorzugen eine hohe Lage und freie Anflugmöglichkeiten ". Für gewöhnlich ist es der LBV, der nach einem Brutplatz sucht und dann bei den Pfarrgemeinden anfragt. " Wir würden uns aber auch freuen, wenn die Gemeinden auf uns zukommen."
Der Mangel an Brutplätzen sei übrigens darauf zurückzuführen, dass viele geeignete Plätze unzugänglich gemacht wurden, um Tauben keine Nistmöglichkeiten zu bieten. Die Falken dagegen halten Tauben von der Umgebung ihres Brutplatzes fern. Und sie ernähren sich fast ausschließlich von Mäusen. Daher sind die flinken Jäger gern gesehen.

Den Erfolg der Turmfalken-Aktion des Landesbund für Vogelschutz konnten die Besucher des Restaurants im Fenepark auch dieses Jahr wieder live beobachten ( Bild links ). Die Aufnahme zeigt die Fütterung der Jungvögel durch die Alten im Nistkasten, der am Fenepark-Gebäude angebracht ist. Daneben fotografierte Thomas Blodau zwei zehn Tage alte Turmfalken im Nistkasten der Maria-Ward-Schule. Dort soll nächstes Jahr ebenfalls eine Kamera im Brutkasten installiert werden, um den Tieren beim Nisten zuzusehen.



Fotos: Miriam Puscher/Thomas Blodau

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