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Den Alltag von "Familie Turmfalke" live miterleben
Im Fenepark verfolgen Gäste das Geschehen im Nistkasten
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Foto: Lienert
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Kempten (biw)
"Wir taufen sie Aphrodite!" "Niemals, der Name passt
doch überhaupt nicht zu einem Vogel!" Seit einer Woche streitet
sich das Paar aus dem Oberallgäu, zu Gast im Fenepark-Restaurant, um
einen Namen. Nicht um irgendeinen Namen geht es da, sondern darum,
wie ein Turmfalken-Weibchen heißen soll. Schließlich hat das Ehepaar
(und mit ihm andere Restaurantgäste) sozusagen eine persönliche Beziehung
zu dem Turmfalken-Weibchen. Denn die Besucher im Fenepark können im
Fernsehen live miterleben, wie so ein Turmfalken-Alltag aussieht. Seit
Ostern brütet das Turmfalken-Weibchen in einem Nistkasten, der unterm
Dach am Fenepark-Gebäude in Ursulasried angebracht ist. Gleichzeitig
wird das junge Familienglück übertragen, per Videokamera. Im "fit
und frisch-Restaurant" können die Gäste das Leben der rotbraun
gebänderten Vogelmutter mitverfolgen. Seit Stunden sitzt das rund 35
Zentimeter große Weibchen auf seinen drei bräunlich gefärbten Eiern.
Nichts rührt sich in dem engen Nistkasten. Plötzlich flattert das Männchen
heran. In seinem Schnabel zappelt ein Insekt, das die "Angetraute"
bekommt.
Bestand nicht bedroht
Noch passiert in dem Nistkasten in 25 Metern Höhe nichts Spektakuläres.
"Interessant wird es erst, wenn die kleinen Turmfalken schlüpfen
und anschließend aufgezogen werden", erklärt Thomas Blodau von
der Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu des Landesbunds für Vogelschutz
(LBV). Dass die Falkenwohnung endlich Bewohner gefunden hat, freut
den Vogelexperten um so mehr. Schließlich haben die LBV-Mitarbeiter
den Holzkasten schon im vergangenen Sommer angebracht. Um den Nistkasten
am Fenepark-Gebäude anzubringen, musste Blodau nicht lange suchen.
Die Lebensmittelkette Feneberg unterstützte die Vogelschützer bei dieser
Aktion, die vor allem auf die Initiative von Christof Feneberg zurückgeht,
erläutert Fenepark-Restaurantleiter, Anton Biebl. "Der etwa taubengroße
Turmfalke ist zwar in seinem Bestand nicht bedroht", weiß Blodau,
"doch es mangelt ihm zunehmend an Nistplätzen." So seien
beispielsweise an modernen Gebäuden keine Nischen mehr vorhanden. Kirchtürme,
die ebenfalls beliebte Nistplätze für Turmfalken sind, seien meist
verschlossen, um die Tauben fernzuhalten. Anfang Mai wird der Turmfalken-Nachwuchs
im Fenepark schlüpfen. Und vermutlich werden es dann die ersten Turmfalken-Babys
sein, deren Leben live aus einem Container-Nistkasten übertragen wird.
i Der LBV sucht noch Möglichkeiten für weitere Nistkästen.
Im Fenepark-Restaurant können Gäste live mitverfolgen, wie das Turmfalken-Weibchen
ihre Eier ausbrütet. Der Nistkasten ist am Dach (rechts oben) des Hauses
angebracht. |