Presseartikel

Allgäuer Zeitung vom 15.04.2005

Für Adebar ist das Allgäu nur eine Zwischenstation auf seinem Weg nach Hause

Wenn´s im Frühling warm wird, kehrt auch der Weißstorch von seinem Winterurlaub aus Afrika zurück. Der April ist die Haupt-Zugzeit des großen Schreitvogels, in der er von seinem Winterlager in Gibraltar zu seinen Brutplätzen in Mitteleuropa kommt. Das Allgäu - auf unserem Bild eine Wiese bei Leubas - ist für Adebar jedoch nur Zwischenstation. Denn hier ist`s ihm für seine Brut auch im Sommer noch zu nass. "In der Gegend um Isny behagt es ihm schon eher", erklärt die Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz, Miriam Puscher. Dass die meisten Störche im Winter in den Süden auswandern, liege nicht hauptsächlich an der Kälte. "Im Winter finden Störche bei uns einfach keine Nahrung wie Mäuse oder Frösche", sagt Puscher. Die Störche, die über den Winter dableiben, seien in Gefangenschaft aufgewachsen oder geboren und haben laut Puscher die Zugstrecke auf den anderen Kontinent "verlernt". Damit diese Vögel nicht verhungern, werden sie von Menschenhand gefüttert. Im Oberallgäu brüten diese Tiere aber nicht. Hier sei es eine Spur zu kalt und im Sommer regne es zu oft. Deswegen suchten sich die Storcheneltern lieber ein behagliches Nest im Bodensee-Raum.

Foto: Hermann Ernst

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