Presseartikel

Allgäuer Zeitung im Oktober 2004

Für den Siebenschläfer war 2004 ein gutes Jahr
Landesbund für Vogelschutz zählt regelmäßig kleine Nager


Der im Kürnacher Wald und
an der Rottach in Kempten
heimische Siebenschläfer
hatte 2004 ein gutes Jahr.

Oberallgäu/Kempten (AZ)

Die alten Buchen im Kürnacher Wald hängen voll mit kalorienreichen Bucheckern. Die dort heimischen Siebenschläfer können sich also vor ihrem Winterschlaf noch einmal richtig satt fressen. So kommt Diplom-Biologe Peter Harsch vom Landesbund für Vogelschutz ( LBV ) bei seiner jährlichen Kontrollzählung der putzigen Nager zu dem Ergebnis:
Der Siebenschläfer - Bestand ist dank der naturnahen Waldbewirtschaftung im Kürnachtal derzeit gesichert.

Laut Harsch ist der Siebenschläfer auf laubbaumreiche Mischwälder mit hohem Anteil Rotbuchen angewiesen. Für Überwinterung und Aufzucht des Nachwuches braucht er zudem alte, kranke oder tote Bäume, denn dort findet er brauchbare Hohlräume. Der Nager hat große, schwarze Augen und lange Barthaare. Sein ausgeprägter Geruchssinn hilft dem nachtaktiven Tier, sich in der Dunkelheit zurecht zu finden. Siebenschläfer gehören mit Haselmaus, Baum- und Gartenschläfer zur Familie der Schlafmäuse. Sein Vorkommen, so Harsch, ist beschrämkt auf die Mittelgebirge und die Buchenwaldbereiche des Alpenvorlandes. In Kempten lebt er in alten Laubbäumen an der Rottach.
Der Siebenschläfer beginnt seine Nahrungssuche am Abend. Er frisst so viele Eicheln, Nüsse und Bucheckern, wie er kann - gelegentlich stehen auch Insekten oder Vogeleier auf dem Speiseplan. Außerdem hat der Nager eine große Vorliebe für süße Früchte. Und Nahrung muss er jetzt kräftig aufnehmen. Denn im Herbst fängt der Siebenschläfer mit seinem siebenmonatigem Winterschlaf ( daher der Name ) an, in dem er die Hälfte seines Gewichtes verliert.
Deshalb sei ein gutes Nahrungsangebot entscheidend für das Überleben des Siebenschläfers, betont Harsch. Durch die geplante Forstreform sieht der Landesbund für Vogelschutz allerdings die naturnahen Laubwälder und damit den Bestand von Tieren wie dem Siebenschläfer bedroht. Denn bei einer gewinnorientierten Nutzung des Waldes sei für alte Bäume kein Platz mehr. Damit wäre die Lebensgrundlage des Siebenschläfers in Gefahr.

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