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Leserbrief an die Allgäuer Zeitung - zur AZ-Meldung:
"Bürger verärgert: Saatkrähen sind eine Plage" vom 23.04.2003
Die Saatkrähe
In Bayern ist die Saatkrähe in nur 10 von 96 Landkreisen bzw. kreisfreien
Städten heimisch, Schwerpunkt ist Schwaben. Die Kolonie in Kempten
ist die einzige in Ober-, West- und Ostallgäu. Deshalb trägt Kempten
eine große Verantwortung für den Schutz dieser einzigartigen Saatkrähen-Kolonie.
Aufgrund ihrer Seltenheit ist die Saatkrähe nach Bayerischem Naturschutzgesetz
geschützt, sie steht als aktuell gefährdete Vogelart auf der Roten
Liste. Menschliche Verfolgungen durch Abschuss und Vergiftungen haben
die Saatkrähen aus ihren heimatlichen Feldfluren verdrängt. Sie haben
in den Siedlungen eine letzte Zuflucht gefunden.
Rabenvögel haben ein hoch entwickeltes Gehirn. Sie sind der Gipfel
der Evolution der Vögel. Es sind sehr große Tiere mit erstaunlichen
geistigen Fähigkeiten, wie z.B. dem Gebrauch von kleinen Stöckchen
als Werkzeug. Sie zeigen eine große Neugier, leben in treuer Einehe
und haben ein äußerst komplexes Sozialverhalten. Deshalb ist es unendlich
faszinierend die Vögel zu beobachten. Den Saatkrähen in Kempten nachzuspüren
ist mit Sicherheit so spannend wie ein Computerspiel und man kann sich
dazu sogar auf eine Parkbank setzen.
Für viele Völker der Erde ist der Rabe ein Glücksbringer. Auch in Europa
wurde lange aus dem Verhalten der Raben die Zukunft gedeutet.
Wenn die Paarungszeit und Jungenaufzucht vorbei ist, also nach nur
zwei bis drei Monaten, wird das Gekrächze auch wieder leiser. Auch
der Mensch hat in seinen Lebensabschnitten "laute" Phasen,
bei denen es sogar zu nächtlichem Stabhochsprung über Ostereier kommen
kann (wie unlängst in Kempten geschehen)......
Miriam Puscher
Landesbund für Vogelschutz
Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu
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