Presseartikel

Allgäuer Zeitung und Kreisbote vom 22.09.2010/13.10.2010

Rückkehr der Schleiereule

Landesbund für Vogelschutz will bei der Wiederbesiedlung helfen

Kempten (az) / Kreisbote

Seit mehr als 30 Jahren war sie verschwunden - doch in den letzten Jahren häufen sich die Beobachtungen der Schleiereule im Landkreis Oberallgäu. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern, e. V. (LBV) möchte diese Beobachtungen sammeln und auswerten, um dann u.a. durch Anbringen geeigneter Nisthilfen gezielt bei der Wiederbesiedlung helfen zu können.

Die Schleiereule (Tyto alba) war bis Mitte/Ende der Siebziger Jahre auch im Landkreis Oberallgäu verbreitet und regelmäßiger - wenn auch nicht häufiger - Brutvogel. Die letzten gemeldeten Brutnachweise stammen allerdings aus dem Jahr 1978.

Das typische Kennzeichen ist der hell weiße herzförmige Gesichtsschleier. Die schlanke, hochbeinige, sehr hell gefiederte Eule hat eine Größe von ca. 35 cm, bei einer Flügelspannweite von ca. 90 - 98 cm. Die Oberseite ist grau mit kleinen schwarzen Tropfen-Flecken, die weiße bis gelblich braune Unterseite ist ungemustert, bzw. höchstens fein gepunktet. Die Stimme ist schrill, kreischend bis schnarchend und völlig unterschiedlich zu den Rufen anderer Eulen. Sie kann so sehr gut und einfach bestimmt und nachgewiesen werden.

Die Schleiereule benötigt offene Kulturlandschaften (Wiesen, Weiden) zur Jagd und Gebäude (Kirchen, Scheunen, Ställe, Dachböden) als Tageseinstand und zur Brut. Die Schleiereule hat sich sehr eng an den Menschen angeschlossen und brütet in unseren Breiten fast ausschließlich in Gebäuden und darin angebrachten Nisthilfen. In Wintern mit hoher Schneelage verhungern die Eulen, wenn sie nicht Zugang zu Gebäuden haben, in denen sie jagen können. Die Nahrung fast ausschließlich aus Mäusen und Ratten.

Wegen der Taubenplage wurden die Einflüge zu vielen Kirchen und Scheunen vergittert und die Eulen ausgesperrt. Durch das Anbringen von speziellen Nistkästen will der LBV gezielt helfen, die erneute Ausbreitung ins Oberallgäu aktiv zu unterstützen.
"Wir freuen uns sehr über die Rückkehr und werden versuchen dort gezielt zu helfen, wo sich wieder Schleiereulen angesiedelt haben. Dazu sind wir auf die Hilfe aus der Bevölkerung - vor allem der Landwirte und Kirchengemeinden - angewiesen," so Thomas Blodau , Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe.
Weiter Informationen gibt es auch im Internet unter www.lbv-kempten-oberallgaeu.de.

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