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Mehr als 20 Fledermäuse besetzten das Wohnzimmer
Kempten (AZ)
Ein Schwarm Fledermäuse hat einen Hausbesitzer in Kempten aus dem eigenen
Wohnzimmer vertrieben. Zu Hilfe gerufene Polizeibeamte galubten zunächst
an einen Scherz, stellten dann aber fest, dass sich in dem Zimmer mehr
als 20 Fledermäuse in der Größe einer Handfläche neidergelassen hatten.
Die meisten flüchteten durch ein geöffnetes Fenster. Die übrigen Tiere,
die sich hinter Bildern und Vorhängen versteckt hatten, mussten zuerst
aufgescheucht werden, teilte die Polizei am Montag mit.
Allgäuer
Zeitung vom 08.09.2004
Plötzlich 20 Fledermäuse im Zimmer
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Sieht
gefährlich aus, ist aber völlig harmlos:
das Große Mausohr, eine der Fledermausarten,
die in der Region vorkommen - Foto: A. Zahn |
Kempten (sf)
Schreck um 1 Uhr nachts: Rund 20 Fledermäuse flatterten plötzlich aufgeregt
im Wohnzimmer eines 78-jährigen Kempteners umher, als dieser vor dem
zu Bett gehen, das Fenster schließen wollte ( wir berichteten ). "Ich
kam mir vor wie in einem Hitchcock-Film", erzählt der Rentner
aus der Rottachstraße. Mit Hilfe von vier Polizisten vertrieb er die
Fledermäuse aus seiner Wohnung.
"Das ist zurzeit nicht ungewöhnlich, die Tiere sind auf Quartiersuche",
weiß Thomas Blodau, Fledermaus-Experte vom Landesbund für Vogelschutz
( LBV ).
Für den 78-jährigen, der im sechsten Stock eines Mehrfamilienhauses
in der Rottachstraße wohnt, war das unvermittelte Zusammentreffen mit
der großen Schar von Flugtieren allerdings schon ungewöhnlich. Als
er das Licht im Wohnzimmer anmachte, um dort das gekippte Fenster zu
schließen, faltterten rund 20 Fledermäuse von der Größe einer Handfläche
um ihn herum. "Da habe ich natürlich einen gehörigen Schreck bekommen
und bin wieder aus dem Zimmer gerannt", erinnert sich der Rentner,
der jetzt über die unheimliche Begegnung schon wieder lachen kann.
Auf der Suche nach Hilfe rief der Mann die Polizei an, die zwar zunächst
etwas ungläubig gewesen sei, aber gleich eine Streife mit vier Beamten
vorbeischickte. Die staunten nicht schlecht über die Fledermaus-Invasion.
Sie öffneten weit das Fenster, worauf ein Großteil der Tiere ins Freie
flog. Mit vereinten Kräften wurden die verbliebenen Fledermäuse, die
sich im Vorhang und hinter einem Bild versteckt hatten, aus dem Raum
gescheucht.
"Nach der Beschreibung könnte es sich um Abendsegler oder Große
Mausohren gehandelt haben", meint Blodau vom LBV. Diese Arten
würden sich an Flüssen oder Weihern aufhalten, weil sie dort ein großes
Nahrungsangebot an Insekten vorfänden. Von den Abendseglern gebe es
eine große Kolonie an der Iller - also in der Nähe der Rottachstraße.
Fledermäuse würden immer wieder ihr Quartier wechseln und seien gerade
im August und September auf Suche. Vermutlich, so Blodau, habe es sich
um junge und unerfahrene Tiere gehandelt, die das gekippte Fenster
als Eingang ansahen. Eigentlich bevölkern Fledermäuse Baumhöhlen, Felsritzen,
aber auch Dachstühle oder Spalten zwischen den Hausverkleidungen höherer
Häuser.
Und was soll man tun, wenn sie sich ins Wohnzimmer verfliegen? Blodau:
"Am besten ruhig bleiben, das Licht löschen und das Fenster weit
öffnen." Dann würden die Tiere von selbst wieder rausfliegen.
Nachzügler könne man mit einem Handschuh umfassen ( "aber nicht
die empfindlcihen Flügel allein packen" ) und aus dem Zimmer tragen.
Denn die Tiere seien völlig harmlos.
Bei Problemen mit Fledermäusen hilft die Fledermaus-Gruppe des LBV
Telefon:0831/91475 oder 08327/931099;
Internet: www.lbv-kempten-oberallgaeu.de |