Presseartikel

Allgäuer Zeitung vom 07.07.2005

"Dolli" und "Dollinchen" fliegen wieder

Im Pfarrgarten wurden zwei junge Dohlen aufgepäppelt

Kempten (az)


"Dolli" kommt zur Fütterung: Im Pfarrgarten von St.Ulrich
wurden die junge Dohle und ihre Leidensgenossin
"Dollinchen" nach Vreletzungen gesund gepflegt.
Mitlerweile sind die beiden wieder ausgeflogen.

"Dolli" und "Dollinchen" fliegen wieder. Dass die beiden Dohlen dies können, haben sie Josef Lay, dem Messner von St.Ulirch, und Thomas Blodau vom Landesbund für Vogelschutz ( LBV ) zu verdanken. Sie päppelten die beiden verletzten Tiere im Pfarrgarten auf. Jetzt wurden die Vögel gesund in Freiheit entlassen.

Eigentlich sollten verwaiste Jungvögel nicht in menschliche Pflege genommen werden.
Doch die beiden Dohlen waren verletzt und hätten es nicht alleine geschafft. "Dolli" fanden Pfarrer Heribert Denzle und Messner Lay vor einigen Wochen mit einer Augenentzündung und einem verletzten Bein auf dem Kirchplatz. Sie nahmen die ausgehungerte Dohle auf und bauten ihr im Pfarrgarten eine Voliere.

Tierärztin Dr. Erika Kienle kümmerte sich ehrenamtlich um die medizinische Versorgung und gab wichtige Tipps zur Pflege. Blodau und Lay teilten sich die alle zwei bis drei Stunden anstehende Fütterung des Tiers. Kurz darauf kam dann Dollinchen hinzu. Sie steckte - ebenfalls verletzt - in einem Gebüsch bei der Ulrichskirche fest. Die junge, nicht flugfähige Dohle quartierte Blodau auch in Pfarrers Garten ein. Un die beiden Vögel freundeten sich schnell an. Nach einigen Wochen Pflege erholten sich beide Dohlen gut, holten sich ihre Nahrung selbst und unternahmen erste Flugübungen. So konnten die zwei Jungvögel in die Freiheit entlassen werden. Allerdings weist der LBV darauf hin, dass junge Vögel oft ihr Nest verlassen, bevor sie richtig fliegen können. Sie sind aber nur scheinbar verwaist. Wenn jemnad so einen Vogel findet, sollte dieser in Ruhe gelassen werden. Die Altvögel füttern die "Nestflüchter" weiter, die durch Bettelrufe den Kontakt halten. Nur bei erkennbaren Verletzungen oder wenn akute Gefahr droht, sollten sich Vogelfreunde eines Jungvogels annehmen.

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