AG Wanderfalke - LBV Kempten-Oberallgäu

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letztes Update: 17.04.2017 / 18:09
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Arbeitsgruppe Wanderfalke
Die traurige Geschichte des Wanderfalken in Deutschland - ja weltweit - ist hinlänglich bekannt. Vom DDT-Crash in den siebziger Jahren, bis zum Wiederaufbau der Bestände zur Jahrtausendwende, haben unzählige Greifvogelfreunde auf dem langen Weg Beachtliches geleistet. Heute brüten in Bayern mehr Wanderfalkenpaare als vor dieser vom Menschen ausgelösten Katastrophe. Neben den traditionellen Felsbrutplätzen werden zunehmend auch hohe Gebäude wie Kirchtürme und Industrieanlagen zur Brut genutzt. In geeigneten Nisthilfen ist - auch durch das gute Nahrungsangebot (Tauben) - der Bruterfolg in Städten häufig größer als in "freier" Natur.

Auch die Allgäu-Metropole scheint den Falken anzuziehen. Vermehrte Beobachtungen im Sommer 2014 in Kempten haben uns darin bestärkt, dem schnellen Jäger Brutmöglichkeiten zu schaffen. Wir hoffen so die beeindruckenden Jagdflüge des immer noch seltenen Wanderfalken bald regelmäßig im Stadtgebiet beobachten und die urbane Artenvielfalt damit weiter bereichern zu können.


Von unserer Arbeitsgruppe angebrachte Nisthilfen: 9
vor allem in Kirchen und an hohen Brücken im Landkreis.

Ansprechpartner
Thomas Blodau



Bestandsentwicklung im Oberallgäu seit Beginn unseres Projektes:

Gerade in Kempten sind immer häufiger Wanderfalken zu beobachten. Eine Ansiedlung an einem der hohen Gebäude scheint nur eine Frage der Zeit.  Bisher brütet ein Paar seit mehreren Jahren erfolgreich in einer unserer Nisthilfen



Lebensraum Stadt
Neben Kirchtürmen eignen sich auch Industrieanlagen - ja sogar Hochhäuser - als potenzieller Brutplatz. Nisthilfen können hier an der Flachdachkante oder den Dachaufbauten angebracht werden. Industriekamine sind aufgrund der Höhe und Unzugänglichkeit ebenfalls bestens geeignet.

Wir werden versuchen in Zusammenarbeit mit Firmen und Hausverwaltungen dieses Potenzial zu nutzen.


Illegale Verfolgung

Unbegründeter Hass

Der Wanderfalke hat - wie viele Greifvogel - leider nicht nur Freunde. Auf Falken, Milane, Habichte und sogar Bussarde wird trotz gesetzlichem Verbot und drohender Strafverfolgung noch immer Jagd gemacht. Seit 1979 sind alle Greifvögel streng geschützt, d.h. sie unterliegen zwar weiterhin dem Jagdrecht, genießen jedoch eine ganzjährige Schonzeit.

Vor allem Habicht und Wanderfalke werden noch immer von einzelnen Jägern als Konkurrenz gesehen. Bei Geflügelhaltern gelten Sie als Gefahr für Zucht- und Brieftauben. Dabei sind die Verluste durch erschöpfte oder verirrte Tauben bei Brieftaubenrennen oder Freiflügen höher als die durch Greifvögel verursachten. Nicht zu vergessen die Verluste durch Vogelschlag an Glasflächen gerade in Städten.

Anhaltspunkte für Vergiftungen

  • Der Fund mehrerer toter Greifvögel auf engem Raum
  • Das Vorhandensein verdächtiger Köder
  • Nahrungsreste im Schnabel tot aufgefundener Greifvögel
  • Ein chemischer Geruch des Kropfinhaltes
  • Blau- oder blauviolette Verfärbungen der Schnabelschleimhaut oder von mutmaßlichen Ködern
  • Tote Greifvögel mit verkrampften Fängen

Hinweise für Zeugen – Was ist zu tun?

  • Auffindeort möglichst nicht verändern
  • Umfassend fotografisch oder mit einer Videokamera dokumentieren
  • Schnellstmöglich zuständige Polizeidienststelle informieren
  • Falls Sie das Gefühl haben, dass die ermittelnden Beamten zum ersten Mal mit Greifvögeln zu tun haben, weisen Sie darauf hin, dass es sich bei der Verfolgung von Greifvögeln und Eulen um eine Straftat handelt, die von Amts wegen verfolgt werden muss
  • Weisen Sie darauf hin, dass mutmaßliche Köder und Vergiftungsopfer schnellstmöglich untersucht und bis zur Analyse gekühlt aufbewahrt werden müssen (Giftstoffe verfallen mit der Zeit und können nicht mehr nachgewiesen werden)
  • Achtung! Oft wird behauptet, tote Greifvögel dürfen nur mit Erlaubnis des Jagdpächters aus dessen Revier entfernt werden. Dies ist bei Vorliegen eines Verdachts auf Greifvogelverfolgung nicht der Fall
  • Achtung Lebensgefahr! Wenn Verdacht auf eine Vergiftung besteht, muss jeglicher Hautkontakt mit dem Köder oder vergifteten Tieren unbedingt vermieden werden
  • Verwendete Gifte wirken sehr schnell - eine Suche im Umkreis von mindestens 500 Meter um den Fundort nach weiteren Opfern ist daher empfehlenswert
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